Berthold Otto


Wer war Berthold Otto?

Berthold Otto, der Namenspatron unserer Schule war deutscher Reformpädagoge. Er lebte von 1859 bis 1933. Er war verheiratet und hatte vier Kinder.
Er studierte sowohl Philosophie, Pädagogik und Psychologie als auch Volkswirtschaft, Finanzwissenschaften und Sprachwissenschaften. Er schrieb mehrere Bücher mit pädagogischen, aber auch politischen und wirtschaftlichen Inhalten.
Mit 24 Jahren wurde er Privat- und Nachhilfelehrer und arbeitete fortan als Pädagoge.
Finanziell unterstützt vom preußischen Kultusministerium konnte er 1906 seine eigene Hauslehrer-Schule in Berlin aufbauen. Nach Otto ist dies eine Einrichtung, in der die Schüler im Haus des Lehrers unterrichtet werden.

Ottos Grundüberzeugung war:
1. Jedes Kind will gemäß seiner eigenen Möglichkeiten lernen und sich geistig weiter entwickeln.
2. Kinder sind als eigenständige Persönlichkeiten ernst zu nehmen. Ihnen darf das Recht zu fragen, um so zu neuem Wissen zu gelangen, nie verwehrt werden.

Er wollte die Schüler zu mündigen, diskussionsfreudigen, selbstbewussten und politisch denkenden Menschen erziehen. In seiner Schule trug er diesen Grundüberzeugungen Rechnung.
So gab es keine altersgeteilten Klassen, sondern nur Leistungskurse. Das konnte bedeuten, dass ein Sechstklässler gemeinsam mit Drittklässlern im Mathe-Unterricht zusammen lernte, während er im Deutsch-Unterricht schon mit Siebtklässlern unterrichtet wurde. Der Lehrplan, also das, was die Schüler lernen sollten, war auf die gesamte Schulzeit ausgerichtet. Die Schüler hatten folglich nicht den Stress die geforderten Leistungen in einem Halbjahr oder Schuljahr zu erbringen, denn sie konnten die Anforderungen gemäß ihren eigenen Möglichkeiten auch in den folgenden Schuljahren erfüllen.

Eine besondere Einrichtung in B.Ottos Schule war der Gesamtunterricht. Hier trafen alle Schüler in einem Raum zusammen. Das Thema des Unterrichts bestimmten sie selbst.Die Lehrer waren nur Gesprächsleiter und halfen, wenn Fragen auftauchten. Die Schüler diskutierten ihre Themen selbstständig. Ein Schwerpunkt dieses Unterrichts war die Schaffung eigener Schülergesetze sowie einer Schulverfassung und einer Verhandlungsordnung. D.h., die Schüler legten gemeinsam fest, welche Regeln an ihrer Schule gelten sollten. Und sie stimmten auch darüber ab, welche Strafen bei Regelverstößen verhängt werden sollten.

Die Lehrer sollten nach Meinung Ottos einerseits ein großes, umfangreiches Fachwissen haben. So konnten sie die Fragen der Schüler gemäß deren Möglichkeiten beantworten. Außerdem sollten sie sich laufend weiterbilden. Andererseits sollten die Lehrer psychologisch geschult sein, um die Schüler auch in Problemsituationen zu unterstützen.

An der Hauslehrer-Schule Berthold Ottos gab es zudem eine Schulkonferenz. Mitglieder waren Schüler, Lehrer und Eltern. Diese Konferenz stimmte über organisatorische Fragen der Schule ab.